Häufig gestellte Fragen

Es gibt Lektorinnen, die haben feste Preise und Lektorinnen, die berechnen den Preis anhand von dem Zeitaufwand, den sie mit deinem Text haben.
Wenn du also zu jemandem mit einem festen Normseitenpreis gehst, dann kannst du eigentlich nur sparen, indem du den Text möglichst kürzt.
Wenn du zu jemandem gehst, der den Preis anhand des Aufwands berechnet (wie ich), dann tu alles, damit der Text möglichst gut ausgearbeitet ist und die Lektorin möglichst wenig zu tun hat. Dann kostet es für dich deutlich weniger und natürlich gilt auch hier: Kürzen! Denn der Preis wird oft pro Normseite berechnet und jede Normseite kostet. Wie du das konkret machen kannst: Selbst überarbeiten, Testleser drüber lesen lassen, noch mal selbst überarbeiten lassen und am besten noch mal Testleser drüber lesen lassen.
Wenn du Zeit hast, lass den Text ruhen. Mit etwas Abstand kommen plötzlich oft neue gute Ideen. So kannst du viel Geld beim Lektorat sparen.
Weil es viel Arbeit ist. An einem längeren Roman, sagen wir mal von etwa 500 Seiten, kann eine Lektorin schon mal fast in Vollzeittätigkeit komplett dran sitzen über Wochen. Da stecken sehr viele Stunden an Arbeit drin. Und dahinter ist viel angeeignetes Fachwissen. Das heißt, man hat in ein Studium oder in Kurse investiert. Idealerweise tut man das laufend, um immer besser zu werden. Also da steckt Arbeit und Wissen dahinter, das deinen Text wirklich weiterbringt und das eigentlich unerlässlich ist für eine professionelle, gute Veröffentlichung.
Es gibt seriöse und unseriöse Verlage. Ein seriöser Verlag verlangt niemals Geld – ganz im Gegenteil, er bezahlt dich! Je nachdem gibt's einen Vorschuss oder manchmal sehr oft auch nicht bei neuen Autorinnen, aber dann gibt's Tantiemen pro verkauftes Buch. Das sind Verlage, die sind seriös und deren Geschäft basiert darauf, Bücher zu entwickeln und zu verkaufen. Damit verdienen sie ihr Geld.
Und dann gibt es unseriöse Verlage und deren Ziel ist es nicht direkt, Bücher zu verkaufen, sondern Autor:innen diesen Traum vom eigenen Buch zu verkaufen. Damit verdienen sie ihr Geld – von Zahlungen von vielleicht 100, 200, 300 Franken bis zu 25.000 habe ich schon gehört für eine Buchveröffentlichung.
Man kann sagen, im Self-Publishing muss man auch zahlen. Das Problem ist aber: Ein Druckkostenzuschussverlag verdient sein Geld mit den Autoren. Ob das Buch dann verkauft wird, ist nebensächlich bzw. nicht interessant, weil das Geld hat der Verlag von dir. Und ich habe oft gehört, dass da gar kein... also angeblich wird das Buch irgendwie lektoriert, vielleicht wird da irgendein Cover-Design gemacht – qualitativ habe ich noch nie gehört, dass so ein Buch dann auch qualitativ gut ist, weil der Verlag wie gesagt das Geld ja schon mit der Autorin verdient. Und da soll natürlich möglichst viel oder alles in die eigene Tasche wandern und für professionelle Dienstleistungen, die wirklich viel kosten – Lektorat, Korrektorat, Satz, Cover, Illustrationen – drückt sich der Verlag.
Die einzige Alternative, wenn du keinen seriösen Verlag findest, ist das Self-Publishing. Dass du das selbst machst, du kannst dir deine Dienstleister selbst auswählen und bezahlst die direkt für die Dienstleistung. Also immer, wenn ein Verlag Geld will: Finger weg! Und es gibt so einen Verlag – ich sage jetzt den Namen nicht – von dem sieht man überall Werbung: "Wir suchen neue Autoren". Meine Lieben, ein seriöser Verlag sucht keine Autoren. Egal wie winzig klein der Verlag ist, ob der gerade gestartet ist: Die Autoren stehen schon Schlange. Etwas anderes ist es, wenn sie auf Instagram ausschreiben: "Hey, wir haben einen Verlag eröffnet, bewerbt euch" oder "Gerade suchen wir besonders Romance". Ja, ihr könnt das einreichen. Aber nicht "Wir suchen neue Autoren". Nein! Vor allem, wenn dafür Werbung geschaltet wird, also Geld investiert wird. Das hat wirklich kein Verlag nötig.
Selbst wenn ich heute einen Verlag eröffne und ein Instagram-Profil mit null Followern anlege und sage: "Ich habe einen Thriller-Verlag gegründet, ich suche Thriller-Autoren, ich habe Programmplätze für zehn Bücher", dann explodiert mein Postfach. Also ganz sicher: kein Geld in solche Werbung investieren. Ich hoffe, das Thema ist klar. Schreib mir gerne in die Kommentare, wenn du Fragen hast. Und wenn du dich bei einem Verlag bewirbst – man sieht es nicht immer – und dann bekommst du eine Zusage, aber sollst irgendwas zahlen oder hast das Gefühl, das ist komisch, du sollst einfach deine Datei hochladen... dann kannst du jederzeit da abspringen. Bevor du einen Verlagsvertrag unterschreibst, nimm dir Zeit, schaue ihn dir an. Wenn du ihn nicht verstehst, hast du vielleicht jemanden im Familien- oder Freundeskreis, der das versteht. Ung ganz wichtig: Auch wenn du bereits einen Vertrag unterschrieben hast, bist du nicht an dein Lebensende gebunden. Man kann Verträge auflösen. Und wenn der Vertrag rechtlich nicht korrekt war, musst du je nachdem auch keine Strafe zahlen. Und bitte de …
Du solltest aber vorher viel recherchieren. Frag Autorinnen! Das sage ich immer wieder. Auf Instagram ist es so leicht wie noch nie, mit erfahrenen Autorinnen Kontakt aufzunehmen. Das habe ich schon oft gemacht und immer sehr nette Antworten bekommen. Schreibt wirklich Verlagsautorinnen an und sagt: "Hey, darf ich dich fragen? Ich habe bei dem Verlag ein bisschen ein komisches Gefühl." Die helfen dir weiter. Autorinnen sind grundsätzlich wirklich nett. Am besten suchst du nicht jemanden mit 20.000 Followern, weil die bekommen sehr viele Nachrichten, aber es gibt viele etablierte Autorinnen mit weniger Followern
Ich finde meine Ideen oft in meinem eigenen Leben, in meinem Umfeld oder in den Medien. Gestern kam mir erst eine richtig coole Thriller-Idee, weil eine Autorin auf Instagram etwas gepostet hat, das moralisch höchst verwerflich war. Ich will nicht zu viel verraten, falls ich das Buch wirklich schreibe, aber es hat mich nachhaltig beschäftigt. Ich habe dort nicht kommentiert, weil ich keine Lust auf Diskussionen oder einen Shitstorm hatte, aber ich habe es im Hinterkopf behalten und plötzlich war die Idee da.
Auch die Idee zu einem beendeten Manuskript kam mir durch Reportagen über "Kinder-Influencer". Mir war vorher gar nicht bewusst, wie schlimm das ist und was man den Kindern antut. Ehrlich gesagt habe ich davor auch unkritisch Familiencontent kosnumiert. Daraus habe ich zuerst eine Kurzgeschichte geschrieben und auf Instagram gepostet. Ich habe außergewöhnlich viele Kommentare dazu bekommen, was mich beflügelt hat. Dann habe ich daraus eine Geschichte mit 380 Seiten geschrieben. Die Idee habe ich einer Literaturagentin geschickt. Sie sagte, das Thema ist gut, aber ich müsste den Plot klarer strukturieren und ein klares USP finden, das genug heraussticht.
Wenn du noch gar nichts hast, dann fang mit der Zielgruppe an. Das klingt jetzt vielleicht langweilig oder kompliziert, aber es ist nur die Frage: Für wen willst du das Buch schreiben und warum? Was ist dein "Warum"? Ich greife das Beispiel von vorhin auf: Ich schreibe das Buch für junge Frauen, die ihren Wert nicht kennen, um ihnen zu helfen. Um ihnen zu vermitteln, was sie wirklich verdienen und wie sie eine gesunde Beziehung zu sich selbst finden. Das wäre das "Warum". Man kann ein Buch auch nur schreiben, um zu unterhalten. Fakt ist aber es braucht ein klares Warum und für wen: Eine klar definierte Zielgruppe. Darüber hinaus können es auch andere Leute kaufen – eine 90-jährige Frau kann es großartig finden – aber primär ist es Ressourcenverschwendung, Werbung für die falsche Zielgruppe zu machen.
Da gibt es vieles. Ein grosser Fehler ist Aufdringlichkeit. Ich höre immer wieder, dass Autor:innen ein "Nein" von Agenturen oder Verlagen nicht akzeptieren. Letztens hat eine Agentin auf Social Media geteilt, dass sie eine Autorin anzeigen musste, die aufdringlich wurde. Das sind keine Einzelfälle – auch gegenüber Buchbloggern oder Buchhandlungen.
Vielleicht ist einem das gar nicht bewusst – ich war mit meinem ersten Buch sicher auch manchmal etwas aufdringlich.
Etwas aus dem Nähkästchen: Eine Autorin, mit der ich ein Interview geplant (und nicht durchgeführt) habe, hat mir vorher ein Skript geschickt und ganz an den Anfang des Inverviews für meinen Text eine Rezension für ihr Buch geschrieben, wie inspierierend und lebensverändernd ich es finde. Das war kein böses Aufzwingen, sondern Unwissenheit und der verzweifelte Wunsch, ein paar neue Leser:innen zu gewinnen. Solche Aktionen kommen beim Gegenüber aber nicht gut an. Und ich bin sehr verständnisvoll, da ich selbst auch Autorin bin und genau weiss, wie schwierig es ist, überhaupt Leser:innen zu finden, aber auch bei mir gibt es Grenzen.
Aber wirklich: Nicht aufdringlich sein! Sei selbstbewusst, dein Buch ist gut, aber akzeptiere Kritik und ein "Nein". Es gibt genug andere Wege. Deine Leser:innen werden dich finden.
Ein Beispiel von mir: Keine einzige Buchhandlung wollte mein Buch, ich habe so viele angeschrieben. Im besten Fall gab es eine höfliche Absage. Und dann, als das Buch schon lange nicht mehr auf dem Markt war, stand ich in einer Buchhandlung und bin fast umgefallen: Denn da stand mein Buch im Regal! Ich habe diese Buchhandlung nie angeschrieben. Früher oder später findet es seinen Weg.
Sei selbstbewusst und ruhig, dräng dich nicht auf. Du hast es nicht nötig, du bist gut genug.
Die Basis ist, dass der Plot aufgeht, dass du einen Pitch hast, dass die Geschichte einen klaren Kern hat. Drumherum können 1000 oder 2000 Seiten aufgebaut sein, aber die Geschichte muss einen klaren Kern haben und in ein paar Sätzen zusammengefasst werden können. Was ich ganz häufig als Problem sehe bei Autorinnen, die mir ihre Exposés schicken: Die meisten Exposés verwirren an irgendeiner Stelle, meistens in der Inhaltsangabe. Da ist erst alles klar – klarer Pitch, gute Beschreibungen – und irgendwann springt der Autor hin und her.
An dem Zeitpunkt legen alle, die nicht dafür bezahlt werden, das Exposé weg. Das ist die harte Wahrheit. Ich selbst finde das als Autorin auch sehr schwer. Ich habe gerade erst Feedback von einer Literaturagentin bekommen, die mir genau das rückgemeldet hat: Die Fakten waren gut, der Pitch war okay, der Einstieg gut – und irgendwann wurde es verwirrend. Ich bin bei meinen eigenen Texten zum Teil blind dafür, bei anderen sieht man das sofort. Es muss kein Experte sein, du kannst jemanden aus deinem Umfeld fragen: "Lies diesen Text ehrlich und markiere mit dem Rotstift, ab wann du nicht mehr mitkommst oder zweimal lesen musst." Ab da springen die meisten ab.
Wenn der Plot und der Pitch klar sind, dann muss man das sehr einfach schreiben. Keine Schnörkel, keine literarisch versteckten Botschaften – das gehört ins Buch. Im Exposé muss es ganz einfach Schritt für Schritt beschrieben werden. Wenn eine Agentin nach einem langen Abend im Bett liegt, muss sie es im Halbschlaf direkt verstehen. Das ist die absolute Basis, dass es überhaupt fertig gelesen wird. Natürlich muss dann auch die Leseprobe überzeugen, aber wenn das Exposé nicht klar ist, wird es einfach weggelegt. Anders können Verlage und Agenturen fast nicht bestehen, weil das sichten eine unbezahlte Arbeit ist.
Das habe ich mich damals als Autorin auch oft gefragt. Erstens: War es wirklich gut ausgearbeitet, lektoriert und korrigiert? Ist die Qualität gut? Und das Wichtigste: Hat es eine klare Zielgruppe? In einem guten Lektorat wird darauf geachtet und mit dem Autor darüber gesprochen. Also nicht sagen "Das ist für Menschen von 20 bis 90", sondern eine klare Gruppe. Beispiel: Die Zielgruppe ist mein früheres Ich. Ich bin 27 und sage, ich hätte das gern vor 10 Jahren gewusst. Thema: toxische Beziehungen. Wie vermeidet man das, wie erkennt man das, warum passiert das? Man ist selbst nicht schuld, man kann sich lösen.
Das spricht eine ganz klare Zielgruppe an: junge Mädchen oder junge Frauen, die merken, dass sie da vielleicht Probleme haben. Klar sagen einem das Freunde und Familie, aber von denen will man es in dem Alter oft nicht hören. Aber ein Buch von einer Autorin, die das selbst erlebt hat, ist eine ganz andere Ebene. Das ist eine eingeschränkte Zielgruppe. Es ist nicht interessant für den Handwerker oder die gestandene Frau, die 35 ist und ein Unternehmen leitet. Es kann sein, aber primär ist es für junge Mädchen von 15 bis 20. Das ist eine klare Zielgruppe. Das ist das Wichtigste – dass du das in der Produktbeschreibung, in der Werbung und in Videos klar kommunizierst.
Ein häufiger Fehler von Self-Publishern oder Kleinverlagen ist das Cover. Meine lieben Leute, bei allem Respekt vor eurer kreativen Arbeit: Wenn du wirklich nicht Cover designen kannst auf dem Niveau einer Grafikdesignerin, dann lass es bleiben! Das Cover ist der allererste Eindruck. Wenn das selbstgemacht wirkt, dann will man das Buch nicht lesen, weil man das Gefühl hat, die Qualität des Inhalts ist dann auch "selbstgemacht" – also nicht richtig ausgearbeitet oder voller Fehler. Will man Geld für so ein Buch ausgeben? Nein. Das sind die Hauptdinge. Und natürlich wird auch das beste Buch ohne Sichtbarkeit nicht gekauft. Wenn niemand weiß, dass es existiert, wie soll es gekauft werden?
Du musst es der Welt mitteilen. Jemand hat mal geschrieben: "Ein gutes Buch verkauft sich von selbst." Nein! Das ist nicht der Fall. Es kann die Ausnahme sein, aber meistens steht viel Werbung und Strategie dahinter, die man als Leser vielleicht nicht sieht. Als Self-Publisher musst du komplett selbst dafür sorgen, aber zunehmend auch als Verlagsautorin. In vielen Verlagen wird es immer mehr zur Voraussetzung, dass man Social Media hat und seine Bücher aktiv bewirbt. Die Zeiten haben sich da geändert.
Die Einschätzung des Verlags, dass sich das Manuskript nicht verkaufen lässt. Oder der Aufwand wird als zu hoch eingeschätzt, aus dem Manuskript ein verkaufsfähiges Buch zu erstellen.