Nun, es geht alles irgendwie, oder? Ob dabei etwas Gutes rauskommt, ist dann eine andere Sache.
Sicher kennst du es: Unsympathische Lehrpersonen, Kommilitonen oder Kolleg:innen. Abgesehen von der Frage, ob du dir das wirklich «antun» sollst, widmen wir uns der Frage, ob es einen Unterschied auf das Endergebnis haben kann.
Man könnte meinen, es ist egal: Man trifft sich ja (meistens) nicht persönlich, sondern über Zoom (manchmal auch nicht). Hauptsächlich arbeitet die Lektorin ja im stillen Kämmerlein und du als Autor:in arbeitest dann das Lektorat ein. Oder etwa nicht?
Meistens ist es eine enge Zusammenarbeit. Man bespricht das Manuskript vorher, je nachdem gibt es während dem Lektorat Gespräche und oft ist nach einem Durchgang eine Besprechung dabei. Besonders für Autor:innen ist es oft eine Überwindung, den eigenen Text, der ihnen oft viel bedeutet, abzugeben, um ihn «kritisieren» zu lassen.
Auf gewisse Anmerkungen oder Änderungsvorschläge reagiert man manchmal sensibel. Da ist es sehr viel einfacher, diese von einer sympathischen Person zu bekommen. Auch der Austausch oft ein anderer, wenn man sich gegenseitig sympathisch ist. Oft trauen sich beide dann «mehr».
Die Lektorin, mehr nachzufragen, anzumerken und hinterfragen. Die Autorin, mehr Fragen zu stellen und andere Lösungen für Änderungen zu suchen.
Oft kommen grossartige Ideen erst in tieferen Gesprächen zustande, die manchmal einfach eher entstehen, wenn die Sympathie passt. In dieser Art von Gesprächen, die man rein beruflich nicht einfach erzwingen kann. Kennst du das auch? Aber geht es auch ohne die Sympathie?
Ein kleines Beispiel von mir: Ich selbst gehe seit etwa acht Jahren für eine kleine Dienstleistung bezüglich Schönheit zu jemandem, der mir nicht sympathisch ist. Ich vermute, das beruht auf Gegenseitigkeit. Diese Person macht es aber mit Abstand am besten, darum bleibe ich bei ihr 😊.
Es gibt gewisse Voraussetzungen, die stimmen müssen. Beide müssen sich respektvoll behandeln. Natürlich gibt das auch, wenn die Sympathie stimmt. Beide müssen offen sein für Gespräche zum Lektorat und Diskussionen.
Auch aus Diskussionen mit Menschen, die man unsympathisch findet, kann man viel mitnehmen. Besonders, wenn es ein Psychothriller ist, kann Autor:in vielleicht sogar mehr Inspiration mitnehmen, als der Lektorin lieb ist 😊.
Es wird aber wirklich schwierig, wenn nicht nur keine gegenseitige Sympathie vorhanden ist, sondern eine regelrechte Antipathie. Grundsätzlich würde ich sagen: Im Idealfall stimmt die Sympathie.
Das macht es für dich als Autor:in viel leichter und angenehmer. Wenn du aber das Gefühl hast, diese eine Lektorin «ist die beste» für dein Buch, dann ist da bestimmt etwas dran. Falls du sie (oder ihn) nicht persönlich kennst, kann sich eine leichte Antipathie bei einem persönlichen Gespräch möglicherweise legen.
Wenn du gerade eine Lektorin suchst, dann schau gerne auf meiner Website vorbei https://www.nicoleclausenlektorat.ch/ oder melde dich direkt bei mir: nicoleclausenbooks@bluewin.ch
Wie wichtig ist dir Sympathie bei einer Zusammenarbeit? Bist du für ein gutes Endergebnis bereit, darauf zu verzichten?