15 Jan
15Jan

Bereits beim Schreiben ist die Zielgruppe wichtig. Ich erkläre dir in diesem Artikel, wieso das so ist und zeige die einfache Beispiele dazu.

Keine Sorge falls dir das nichts sagt, ich war auch mal an dem Punkt. Ich erkläre es dir in diesem Artikel leicht und mit Beispielen.

Wenn du das ganze lieber hörst, dann schau dir gerne mein Video zu dem Thema an: https://youtu.be/vm1ZJtXR5NI 

Ich beginne gleich mit einem eigenen Beispiel und verrate somit eins meiner Schreibprojekte. Ich will ein kleines Sachbuch schreiben, das Leute zum Schreiben bringt, einfach, verständlich und motivierend mit kleinen Übungen. 

Zielgruppe: Alle, die Schreiben wollen. 

So sass ich frustriert vor dem Exposé und kam einfach nicht weiter und ärgerte mich über meine Unfähigkeit, bis es mir wie Schuppen von den Augen fiel: 

Die Zielgruppe! Das ist wieder so ein Ding «für alle und niemanden», da laut einer Umfrage von BoD 50% der Bevölkerung mal ein Buch schreiben will. 

So hing ich schon mal fest in der Frage, wie vereinheitliche ich alle Schreibgenres und die unterschiedlichen Kenntnisse übers Schreiben? 

Gar nicht, das wird sonst so ein Ding, für alle und niemanden. Also habe ich mich festgelegt, es geht um Belletristik. Somit kamen langsam konkretere Ideen für die einzelnen Kapitel. Aber doch hing ich noch an ein paar Fragen fest: 

- Was muss ich erklären und was wissen die Leser schon? 

Das heisst, ich muss klar festlegen, auf welchem Wissensstand übers Schreiben «meine» Autor:innen sind, also die Zielgruppe für das Buch. 

Das habe ich noch nicht festgelegt, da bin ich noch am überlegen und muss Klarheit schaffen. 

Ich überlege auch, ob ich mich auf ein spezifisches Genre festlegen soll. Das ist für Autor:innen und Verlage oft schwierig, weil dann spricht es noch weniger Menschen an und ist erstmal schwieriger, dafür dann genug Leser:innen zu erreichen. 

Für mich als Einzelperson, die das Buch dann eher im Selfpublishing rausbringt ist es noch herausfordernder, da ich alles allein mache und keinen Verlag mit Reichweite im Rücken habe. 

Ja ich weiss, oft gibt es von Verlagen keine gesponserte Werbung für Bücher, aber dennoch gibt es ein Verlagsprogramm, Vertreter, die das Buch im Handel vorstellen. Und die Kanäle, Blogger und Stammleser der Verlage. 

Bei der Zielgruppenfestlegung muss man sich also vorher überlegen: Wie genau schränkt man die Zielgruppe ein und welche Möglichkeiten hat man, diese Zielgruppe dann auf das Buch aufmerksam zu machen. 

Wichtig zu sagen ist, dass man niemanden ausschliesst. Ich kann also z.B mein Buch für Schreibanfänger:innen schreiben und erfahrene Autor:innen können es genauso lesen und hilfreich finden. Das Problem ist aber, wenn ich das «für alle» schreiben will, ist es 1 sehr schwer für mich, überhaupt die Themen festzulegen und so zu schreiben, um allen gerecht zu werden. Ausser ich mache z.B einzelne Kapitel für Anfänger und andere für Fortgeschrittene, was aber dann auch doof ist, ein Buch zu kaufen, bei den nur die Hälfte relevant ist. Das würde zu recht einige eher abschrecken, mich übrigens auch. 

Zudem wird vieles einfach verwässert, wenn hier für alle geschrieben wird, was auch oft in Büchern von grösseren Verlagen passiert, da die Verlage oft doch eine möglichst breite Masse erreichen wollen. 

So werden kritische Themen oft entfernt oder verwässert, um gut anzukommen, keine allzuschweren Gefühle zu erzeugen und vor mit positiven Gefühlen beendet, damit die Leser wieder Bücher von dem Verlag kaufen.  Du siehst also, die Zielgruppenfindung ist ein Prozess und steht meistens nicht mit einem Fingerschnippen fest. 


Ich zähle hier mal kurz pro und contra auf für eine enge Zielgruppe:

 

Pro: Klarheit beim Schreiben und für die Käufer Klarere Werbemassnahmen Leser bekommen klare Infos.

Contra: Werbung erreicht weniger Menschen oder es muss mehr investiert werden, oft weniger Umsatz. 


Jetzt gehen wir noch rüber zur Belletristik und ich bringe mal wieder ein Beispiel von mir. 

Eigentlich habe ich Thriller geschrieben. Doch irgendwie landete ich auf Social Media total in der Young und New Adult Bubble, ohne so richtig zu verstehen, was es genau mit dem Genre auf sich hat. 

Ja, obwohl ich auch ein paar dieses Bücher gelesen habe 😊. Da die Verlage und Agenturen da nach New Adult suchten, dachte ich, ich passe den Plot in den Thrillern ein wenig an und reiche sie ein, denn die Protagonisten sind ja Young Adults.

Irgendwann erfuhr ich wie so oft durch Zufall, dass das bereits durch den Arbeitstitel zum Scheitern verurteilt war, denn der ist bei New Adult immer Englisch! 

Aber da gehört viel mehr dazu. New Adult hat einen gewissen Aufbau und seine eigenen Themen, die sogenannten Tropes, dazu ist ein Farbschnitt fast Pflicht. Ganz anders als bei Thrillern. 

Klar könnte ich meine Thriller zu New Adults umwandeln, aber da müsste ich den Plot wohl komplett umwerfen und auch die Charaktere und vermutlich das Setting, die Schweiz ist da eher weniger spannend. 

Früher gab es viel weniger Genres. Es gab Romane, Krimis und Thriller und je nach dem Untergenres wie Politikthriller etc. 

Doch mittlerweile haben diese so unzählig viele Untergenres, die alle ihre eigenen Regeln haben, und es kommen stetig neue Untergenres dazu. 

Also sollte man in der Belletristik genauso wie beim Sachbuch sein genaues Genre und vor allem seine Zielgruppe kennen. Jetzt fragst du dich vielleicht – wie ich früher auch – aber das ist doch langweilig, kann man diese Regeln nicht brechen und es anders machen? 

Das schöne und gleichzeitig schwierige beim Schreiben ist, man kann alle Regeln brechen. Solange die Geschichte funktioniert. Das ist so ein Thema für sich, worüber ich gerne auch mal ein Video machen kann. Aber kurz und knapp geantwortet, ja das kannst du, du solltest es aber bewusst machen. Also 1 das Übergenre gut kennen(lernen) und zweitens das oder die Untergenres gut kennen (auch theoretisch) und dann ganz bewusst entscheiden, mit welchen Konventionen du brichst und was du damit in den Leser:innen auslösen kannst. 


Was du wissen musst: 


  • Das wird von Verlagen sehr kritisch gesehen, vor allem bei unbekannten Autor:innen.
  • Manche Leser:innen reagieren darauf nicht gut, z.B auf einen Roman ohne Happy End. Wobei auch viele Krimis und Thriller mittlerweile Happy Ends habe. Was mich ehrlich gesagt ein wenig ärgert, da ich selbst gerne fiese Enden schreibe, aber ich weiss, das kommt eher nicht so gut an. Aber ich denke, diese Risiken sind es wert, wichtig dass man es fühlt und die eigenen Geschichten authentisch bleiben.

Gerade kommt Romantic Suspense als Trend ein wenig auf von etablierten New Adult Autorinnen. Von einer weiss ich ganz sicher, dass sie so etwas schon früher schreiben wollte, das von der Agentur her aber nicht unterstützt wurde. 

Ein gutes Beispiel, das ich schon mal in einem Video genannt habe, ist Harry Potter. Harry Potter ist ein Fantasy-Roman für Jugendliche. Die Geschichte ist genau auf Jugendliche zugeschnitten und enthält keine «Extras», damit sie auch Erwachsene mögen. 

Trotzdem gibt es sehr viele Erwachsene, die Harry Potter lieben. Dieses Beispiel zeigt, dass es wichtig ist, für seine Zielgruppe zu schreiben und ihr treu zu bleiben. 

Harry Potter wurde, wie du bestimmt weisst, ein Weltbestseller, gerade wird eine Netflix-Serie basierend auf den Büchern gedreht. 

Dann vor dem Ende hin ein kurzer Schwenk zur Literatur. Vielleicht denkst du, die hat keine Zielgruppe, dort schreiben die Autor:innen hochliterarisch ohne Vorgaben. Aber das stimmt so nicht. Vor allem Literatur, die es auf den Markt schafft und sichtbar wird, hat ihre eigene Zielgruppe und kommt manchmal richtig gut an, wie auch die Genre-Literatur. Ich muss aber sagen, damit kenne ich mich am wenigsten aus, darum gehe ich da nicht tiefer rein.

 Schreib mir gerne in die Kommentare wie du das das Ganze siehst und was du für Erfahrungen hast.

PS: Im Video gibt es noch ein Extrabeispiel, das ich hier nicht genannt habe :)

https://youtu.be/vm1ZJtXR5NI

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